IONISCHE INSELN

Salz, Weinberge auf großer Höhe und Inselflair verleihen Intensität und leuchtende Transparenz

An der westlichen Spitze des Landes trifft die Meeresbrise der Ionischen Inseln auf steile Berghänge und ergibt Weine mit klirrender Säure und aromatischer Klarheit. Der Nordwind Mistral sorgt für kühle Nachmittage, die Kalksteinböden lassen das Regenwasser schnell abfließen und die Weinberge klettern an Terrassen aus Trockenmauerwerk und Berghängen hoch. So entstehen Weine mit Temperament, Detail und dem typischen, ionischen Salzgeschmack im Abgang.
Im Herzen der Inselgruppe befindet sich Kefalonia. Das Gebiet g.U. Robola Kefalonia, eingebettet zwischen den Hängen von Enos, ergibt Weine mit zitroniger Intensität, Fenchelnoten und nassem Stein, kompaktem Körper und Struktur, die einen langen Aufenthalt in der Flasche erlaubt. Auf der selben Insel, setzt das Gebiet g.U. Mavrodafni Kefalonia die bedeutende Weintradition der verstärkten Süßweine fort, mit üppiger schwarzer Frucht, Gewürzen und weichem, langem Abgang. Immer öfter wird Mavrodafni auch zu trockenen Versionen verarbeiten, wo Struktur und botanische Aromen im Vordergrund stehen. Im Gebiet g.U. Moschato Kefalonia ergibt der unbändige Charakter des weißen Muskatellers trockene und süße Weine: von Lokum und Orangenblüten bis zu Honig und süßen Gewürzen nach der Reifung. Charakter und Flexibilität findet man auch in den Gebieten g.g.A. Kefalonia und g.g.A. Slopes of Enos. Hier ergeben die Rebsorten Tsaoussi und Goustolidi (oder Vostilidi) sonnenerfüllte, flexible Weißweine mit Steinobstnoten und einem Hauch von Jod aus dem Meer.
Auf Zakynthos wird auf anderer Art und Weise Geschichte geschrieben. Das Gebiet g.U. Verdea ist ein lebendiger Bestandteil der Tradition: Weißweine mit gewollt oxidativem Profil, Aromen getrockneter Früchte, in der Regel als Cuvées aus Goustolidi/Vostilidi, Skiadopoulo und manchmal Robola oder Pavlos. Die Zone g.g.A. Zakynthos öffnet den Horizont für Experimente: die Rebsorte Avgoustiatis reift heran, um Rotweine mit Gewürzen und mediterranen Kräutern zu ergeben, während gleichzeitig moderne Weißweine mit einem klaren, ionischen Profil entstehen.
Lefkada spricht in einem robusten Ton. Die Zone g.g.A. Lefkada präsentiert die Rebsorte Vertzami, die dunkle Weine mit schwarzer, pfeffrigen Frucht, Vitalität, Lagerpotential und diskreter Salzigkeit ergibt. In den Weißweinen sorgt die Rebsorte Verdea für ein authentisches, frisches Profil mit Zitrone und grünem Apfel. Immer öfter findet die Gärung auf dem Weintrub Anwendung, um eine cremige Textur zu erreichen, ohne die Frische zu überdecken. Weiter nördlich, auf Korfu, stellen sich die Rebsorten Kakotrigi und Petrokoritho über die g.g.A. Korfu vor. Das Ergebnis sind feine, fruchtige Weißweine mit Zitrusblüten und der schwerelosen Aura des nordwestlichen Klimas, die optimal mit der örtlichen Küche harmonieren.
Neben den Teilzonen fungiert die Zone g.g.A. Ionische Inseln als „Schirm“ für das gesamte Ionische Meer, was den Winzern die Möglichkeit gibt, das Inselterroir über einheimische und internationale Sorten optimal zum Ausdruck zu bringen. An der Seite von Robola, Mavrodafni, Goustolidi/Vostilidi, Tsaoussi, Avgoustiatis, Vertzami, Kakotrigi, Skiadopoulo und Petrokoritho erscheinen Chardonnay und Sauvignon Blanc mit einem Hauch von Salz und lebhafter Säure, sowie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah, die mediterrane, gut ausgebaute Rotweine mit reifer Frucht und feinen Tanninen ergeben. Oft befinden sich die Weinberge in Meeresnähe oder auch höher, sodass die Brisen am Nachmittag und die starken Tag-Nacht-Schwankungen für Temperament sorgen.
Die Weine erhalten ihre Identität nicht durch Zufall. Die Weinreben werden oft auf kleinen Weingütern mit verstreuten Terrassen aus Trockenmauerwerk manuell versorgt, um gesunde, reife Weintrauben zu ergeben. In der Weinkellerei wird der Eingriff gering gehalten: Edelstahltanks für Klarheit und Intensität, Kontakt mit dem Weintrub für Textur und je nach Bedarf, insbesondere bei Rotwein, diskreter Einsatz von Eiche, ohne den Charakter und den Geschmack des Ortes zu überdecken. Auch in den moderneren Varianten bleibt die Ionische Identität erkennbar: auf Kefalonia gibt die Mineralität des Kalksteins den Ton an, auf Zakynthos verleiht die traditionelle Verdea fast „sonnengebrannten“ Charakter, auf Lefkada steht Vertzami für Struktur und Intensität und auf Korfu spiegeln die Weißweine das sanfte Klima des Nordwestens wider.
Somit bilden die Ionischen Inseln ein vielseitiges aber kohärentes Weinbaugebiet. Von der strahlenden Strenge der g.U. Robola Kefalonia und der Kraft der g.U. Mavrodafni Kefalonia und von der g.U. Moschato Kefalonia bis zur einzigartigen g.U. Verdea auf Zakynthos und den Varianten der g.g.A. Kefalonia, g.g.A. Slopes of Enos, g.g.A. Zakynthos, g.g.A. Lefkada, g.g.A. Korfu und g.g.A. Ionische Inseln, entstehen Weine mit kristallklarer Stimme. Es sind Weine, die von Meer, Licht und Hängen erzählen, die wir anschließend in unserem Glas zu „hören“ bekommen.

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